Gemeinderatssitzung Dezember 2017

Die zahlreichen interessierten Bürger, die zur letzten Sitzung des Rosenberger Gemeinderats in diesem Jahr ins Rathaus gekommen waren, mussten schon etwas „Sitzfleisch“ mitbringen: Mehr als drei Stunden dauerte die Sitzung, deren Tagesordnung zehn Punkte umfasste – und bei der wichtige Entscheidungen getroffen wurden.

Mit der Bekanntgabe und Anerkennung der Niederschrift vom 21. November erfolgte der Einstieg die Tagesordnung. Wie der Bürger-meister beim nächsten Punkt, der Ehrung der Blutspender, sagte, sei es in der Gemeinde ein guter Brauch, einmal im Jahr diesen Menschen zu danken und ihr beispielhaftes Handeln zu würdigen. Sieben Frauen und Männer wurden mit einer Urkunde und einer Ehrennadel in Gold oder mit goldenem Lorbeerkranz mit Eichenlaub und einem Präsent der Gemeinde ausgezeichnet. Dies waren für zehnmaliges Blutspenden Corinna Elis-Vogelmann, Sandra Gakstatter, Tanja Griebaum und Alois Weniger. Rolf Arnold, Albert Frey und Cetin Yumurtaci wurden für jeweils 25-maliges Blutspenden ausgezeichnet.

Die Änderung der Satzung über die Benutzung der Gemeindesauna war weiterer Beratungspunkt. Wie der Bürgermeister hierzu erklärte, leistet sich die Gemeinde Rosenberg noch eine öffentliche Sauna. Die letzte Gebührenanpassung wurde zum 29. Mai 2006 vorgenommen. Aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Kostensteigerungen, insbesondere der Energie- und Reinigungskosten, sei die Gemeinde zu einer Gebührenerhöhung aufgefordert worden.

Saunagang wird teurer

Wie Kämmerin Simone Trumpp ergänzte, wird bei der Benutzung der im Schulhaus eingerichteten Sauna jetzt eine Gebühr von 6,50 Euro (vorher: 5,50 Euro) für eine Saunierzeit von höchstens zweieinhalb Stunden erhoben. Die Gebührenerhöhung mit entsprechender Satzung soll zum 1. Januar 2018 in Kraft treten. Dieser Erhöhung stimmte das Gremium einstimmig zu. Ferner wurde festgelegt, dass bis Ende des Jahres nur noch maximal vier Karten pro Person verkauft werden dürfen.

Weiterer Punkt war die Änderung des Gebührenverzeichnisses der Friedhofssatzung. Die neuen Bestattungsgebühren waren bereits in der letzten Sitzung des Rates beschlossen worden. Für das Herstellen und Schließen eines Grabes von Personen im Alter von sechs und mehr Jahren belaufen sich die Gebühren auf 452,20 Euro; von Personen unter 6 Jahren auf 238 Euro und von Tot- und Fehlgeburten auf 214,20 Euro. Für die Beisetzung von Aschen schlagen 214,20 Euro zu Buche.

Jeweils wird ein 50-Prozent-Zu-schlag für Bestattungen an Sonn- und Feiertagen sowie an Samstagen erhoben. Die Erhebung der Gebühren für die Herstellung und Auffüllung der Gräber erfolgt durch den Bestattungsunternehmer im Auftrag der Gemeinde Rosenberg. Die neue Satzung, die ohne Diskussion und Redebeitrag einstimmig beschlossen wurde, tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft.

Anschließend beschloss das Gremium die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens für die Gesamtfeuerwehr Rosenberg. Sowohl Bürgermeister Baar als auch Kämmerin Simone Trumpp gaben zu diesem Punkt Erläuterungen. Aufgrund der Mannschaftsstärke sowohl im Aktiven wie auch im Jugendfeuerwehrbereich sei die Anschaffung erforderlich. Gesamtkommandant Andreas Frey hat nach Besichtigung von Fahrzeugtypen ein Angebot der Firma Nenninger (Osterburken) eingeholt. Es handelt sich bei der Beschaffung um einen Opel Movano mit einem Preis von 21 500 Euro. Hierzu kommen noch feuerwehrtechnische Einbauten zum Gesamtpreis von 4000 Euro. Der Gemeinderat sah ebenfalls die Notwendigkeit, dieses Fahrzeuges zu beschaffen, das seinen Standplatz in Hirschlanden erhalten soll. Die Finanzierung erfolgt im Haushalt 2018.

Umgestaltung des „Alten Friedhofs“

Mit der Umgestaltung des „Alten Friedhofs“ befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Wie Bürgermeister Baar zu diesem Thema informierte, wurde 1978 der neue Friedhof in Rosenberg als öffentliche Einrichtung in Betrieb genommen. In der Folgezeit hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, den alten Friedhof in einen öffentlichen Park umzuwandeln und die Friedhofsfläche für den ursprünglichen Verwendungszweck zu entwidmen, sobald die letzten Grabnutzungsrechte auslaufen – was allerdings erst 2038 der Fall sein. Laut Baar habe sich die Bestattungskultur seit dem Umwandlungsbeschluss in Deutschland grundlegend gewandelt. Seit Jahren gehe der Trend hin zu solchen Bestattungsformen, die eine einfache Grabpflege ermöglichen. So nehme beispielsweise der Anteil von Feuerbestattungen erheblich zu, die Gemeinde habe Mehrfachbelegungen von Urnengrabstätten zugelassen, es würden zunehmend Wiesen-Urnengräber nachgefragt oder Bestattungen in sogenannten Ruheforsten oder unter Einzelbäumen gewünscht.

Unabhängig von der Art der Nutzung des „Alten Friedhofs“, ob als Bestattungsfläche oder als öffentlicher Park, wird auch in Zukunft die Gemeinde für die Unterhaltung der Fläche zuständig sein. Da sich zudem im „Alten Friedhof“ das Kriegerdenkmal und die dauerhaft bewahrungspflichtige Grabstätte der Kriegsgräber befinden, regte die Verwaltung an, den „Alten Friedhof“ künftig als Bestattungshain für Urnen-Baumbestattungen für die Bevölkerung aus allen Ortsteilen zur Verfügung zu stellen. Der seitherige Widmungszweck könnte erhalten bleiben, es müsste lediglich eine zielgerichtete Planung der Bepflanzung erarbeitet werden. Eine Aussegnungshalle sei dort zwar nicht vorhanden, aber solche Räume gebe es bei einem Ruheforst üblicherweise auch nicht, so Baar. Die Trauerfeiern fänden oft in der Kirche oder beim Krematorium statt, während die Beisetzung der Urnen dann im engsten Familienkreis erfolge.

Gemeinderat Gerd Gräupl lehnte den von der Verwaltung gemachten Umnutzungsvorschlag ab und schlug stattdessen vor, eine solche Bestattungsform im neuen Friedhof einzurichten. Der Pflegeaufwand wäre hier wie dort der gleiche. Gemeinderätin Susanne Grimm bedankte sich ausdrücklich bei Bürgermeister Baar, dass er die Anregung aufgegriffen habe. Sie befürwortete die Umgestaltung des alten Friedhofes. Auch Katrin Weimer, Lukas Haas und Brigitte Bernhardt fanden die Idee inhaltlich gut und stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. Jürgen Fuchs merkte an, dass man sich im Ortschaftsrat Sindolsheim mit diesem Thema befasst habe. Eine solche Bestattungsform sei auch im dortigen Friedhof angedacht.

Nach der ausgiebigen Diskussion fasste das Gremium den Grundsatzbeschluss, im „Alten Friedhof“ einen Ruhehain einzurichten und der Bevölkerung das Angebot zu machen, dass Bürger aus allen Ortsteilen dort bestattet werden können. Weiterhin sollen aber auch Baumstammbestattungen in den anderen Ortsteilen Hirschlanden und Sindolsheim möglich sein.

Weichen für „bauliche Zukunft“ gestellt

Einstimmig beschlossen wurde die vorgestellte Planung des neuen Wohnbaugebietes „Drei Morgen“ und die Freigabe der Planung zur Ausschreibung der Er-schließungsarbeiten zur Erweiterung des Wohnbaugebietes „Adeldornring II“ in Sindolsheim.
Wie der Bürgermeister in seinen einleitenden Ausführungen erinnerte, wurde der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Drei Morgen“ in Rosenberg vor gut einem Jahr gefasst. Jürgen Glaser vom planenden Büro IFK Ingenieure (Mos-bach) stellte den ausgearbeiteten Pla-nungsentwurf des 4,3 Hektar großen Baugebietes vor, das an der nördlichen Ortslage Rosenbergs entstehen wird. Es ist, wie Glaser sagte, für eine Gemeinde wie Rosenberg ein relativ großes Baugebiet, weshalb vorgesehen ist, die Erschließung in mehreren Bauabschnitten vorzunehmen. In der Endausbauphase wird es 44 Wohnbaugrundstücke mit einer durchschnittlichen Grundfläche von 7,5 Ar geben. Die Zufahrt erfolgt über den Dörrhöferweg und beinhaltet eine Ringstraße mit einer Fahrbahnbreite von sechs Metern mit einseitigem Gehweg.

Die Planer schlagen vor, dass man die Straßengestaltung durch wechselseitige Baumbepflanzung gliedert und somit ein verkehrs-beruhigender Effekt erzielt wird. Die Entwässerung dieses für Städteplaner klassischen Einfamilienhausgebiets erfolgt teils im Trenn- als auch im Mischsystem. Alle Dachformen mit einer Dachneigung von 45 Grad sind zulässig, weshalb Bürgermeister Baar ergänzte, dass die Bauherren dort bauen können, wie ihr „Herz“ begehrt.

Bei aller Euphorie über das neue Baugebiet, wird es laut Glaser noch ein langer Weg sein, bis dort das erste Wohnhaus errichtet werden kann. Das weitere Verfahren wird bis zu einem Jahr dauern. Danach erfolgt die Ausschreibung, und im Frühjahr 2019 könnte mit der Umsetzung des ersten Bauabschnittes mit rund zehn Bauplätzen begonnen werden.

Wie Bürgermeister Baar sagte, konnte die Gemeinde zwischenzeitlich alle zur Erschließung notwendigen Grundstücke erwerben. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Grundstücksbesitzern, die bereit waren, ihre Fläche dort abzugeben, was der Gemeinde ermöglicht habe, für die junge Generation Bauflächen im Ort anbieten zu können. Bürgermeister Baar lobte den vom Büro vorgelegten, sehr gelungenen und durchdachten Planentwurf. Der Gemeinderat stimmte diesem zu, ebenso der Freigabe zur frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

Der Gemeinderat stellte auch die Weichen für die geplante Erweiterung des Wohnbaugebietes „Adeldornring II“ im Ortsteil Sindolsheim, wo weitere zehn Bauplätze entstehen werden. Nachdem der erste Erschließungsteil bereits weitgehend bebaut ist, steht nun die Erweiterung im zweiten Bauabschnitt an, um zukünftig weitere erschlossene Baugrundstücke anbieten zu können.

Carsten Sans vom Ingenieurbüro Walter und Partner (Adelsheim) stellte dem Gemeinderat die Planung vor, die sich bis zur Waldstraße erstreckt. Die bestehende Straße wird um 150 Meter verlängert und neu gebaut. Nach der Kostenberechnung der Entwurfsplanung betragen die Baukosten für Verkehrslage, Schmutz- und Regenwasserkanal sowie Wasserversorgungsanlage einschließlich Nebenkosten rund 780 000 Euro.

Bebauung ab Ende 2018

Der Planung stimmte der Gemeinderat einstimmig zu, so dass jetzt die Ausschreibung der Baumaßnahme erfolgen kann. Die Bauzeit beträgt laut Sans rund 245 Tage. Mit den Bauarbeiten soll im März 2018 begonnen werden. Beendet sein sollen sie im Oktober, so dass noch Ende kommenden Jahres mit der Bebauung begonnen werden kann.

aus den Fränkische Nachrichten, Freitag, 15.12.2017