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Er war Erster unter Gleichen Arno Hagenbuch gestorben
In 22 Jahren als Bürgermeister von Rosenberg viel bewegt – Knorrig und kantig Seine Heimatgemeinde verlieh ihm die Ehrenbürgerwürde – Ein Verlust für die Region
Rosenberg. (joc/wg) Arno Hagenbuch (79) ist tot. Mit ihm starb am Samstag ein Bürgermeister, ein Mensch, eine Person der Öffentlichkeit, die man heute mit der Lupe suchen muss. Als Bürgermeister war er in seinem Amt verwurzelt, die Menschen gingen auf ihn, er nahm „seine“ Bürger ernst. Arno Hagenbuch brauchte kein Bürgerbüro, denn dort, wo er war, war auch immer das Bürgerbüro geöffnet. Hagenbuch war durch und durch Demokrat und Erster unter Gleichen. Auch das sollte erwähnt werden.
Als „eine Mischung aus Odenwälder Bauernschläue und französischer Diplomatie" beschrieb der frühere Landrat Dr. Pfreundschuh einmal die politische Strategie von Rosenbergs Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Arno Hagenbuch.
Die Portion Schlitzohrigkeit war aber sicherlich nur eine Facette des politischen Tausendsassas und unkomplizierten Verwaltungspraktikers, der dank seiner unkonventionellen Art – ein bisschen knorrig, ein bisschen kantig, aber stets überaus sympathisch – viel für seine Heimatgemeinde bewirkt hat.
22 Jahre war er ihr umtriebiger und zielstrebiger Bürgermeister. Und trotz vielfachen Schulterklopfens, trotz bester Kontakte zu höchsten Kreisen war Arno Hagenbuch stets der urwüchsige, bürgernahe und bescheidene Bauländer geblieben. Eben „de Arno“, wie ihn selbst kleine Kind auf der Straße ansprachen.
Arno Hagenbuch wuchs mit seinem Bruder Alfred in einfachen, aber geordneten Verhältnissen auf. Der junge Arno lernte früh, Ziele zu setzen und für diese zu kämpfen. Mit dem ersten Fahrrad radelte er in die Höhere Handelsschule nach Walldürn. Die Weichen für die Aufnahme in den Justizdienst waren gestellt. Nach der Ausbildung beim Amtsgericht Adelsheim ging es auf die Rechtspflegerschule. Baden-Baden, Wiesloch und Offenburg waren erste Berufsstationen, bevor er sich nach Buchen versetzen ließ.
1976 entschloss sich Arno Hagenbuch dann, in die Fußstapfen seines Großvaters zu treten und in Rosenberg als Bürgermeister zu kandidieren. Auf einen Wahlkampf verzichtete er jedoch. Mit überwältigender Mehrheit wurde er von den Bürgern ins Amt gewählt. Bei den nachfolgenden Urnengängen bestätigten die Rosenberger ihn dann jeweils mit Stimmanteilen von über 90 Prozent.
In Rosenberg ist seine Handschrift unverkennbar: Sanierung der Grundschule, Kindergartenneubau, Mehrzweckhalle Sindolsheim und Dorfgemeinschaftshaus Hirschlanden sind Schwerpunkte seiner prägenden Arbeit ebenso wie die erfolgreiche Dorfentwicklung, die Wasserversorgung und der Straßenbau. Für seine Erfolge wurde er Anfang der 80er Jahre mit der Staatsmedaille des Landes ausgezeichnet. Arno Hagenbuch stellte aber nicht nur Weichen, er fasste auch selbst mit an. Wenn Not am Mann war, fungierte er als Wassermeister oder auch als Waldarbeiter.
Auch im Straßenbau wurde viel realisiert. So der millionenschwere Ausbau der B 292, der K 3955 und der L 518. Und wenn es mal nicht so klappte, dann war er um Ideen nicht verlegen. Das Stichwort heißt „Russische Straße“. Als die Medien anrückten, ging alles ganz schnell. In den 22 Jahren als Bürgermeister lotste Arno Hagenbuch 12 Millionen Euro an Zuschüssen nach Rosenberg.
Auch die heimischen Vereine verdanken Arno Hagenbuch viel. Bei den Imkern, den Jägern und bei den Bergwanderern war er Ideengeber, einsatzfreudiges Mitglied und Förderer in Personalunion. Zudem war er Wegbereiter für den neuen Sportplatz des TSV. Für diesen Verein schnürte er viele Jahre lang selbst die Kickstiefel und wirkte im Vorstand.
Aber auch über den eigenen Kirchturm hinaus ragte das Engagement Arno Hagenbuchs. Für die Freien Wähler wirkte er 25 Jahre im Kreistag. Er war mit ein Baumeister des gemeinsamen Regionalen Industrieparks Osterburken (RIO). Inzwischen entwickelte sich der „RIO“ zur Erfolgsgeschichte.
Neben der Politik gehörte Hagenbuchs Liebe immer schon dem Sport. Seit 1956 war er stets „am Ball“. Zunächst als Fußball-Staffelleiter der A-Klasse und als Spruchkammervorsitzender. Ab 1976 dann als stellvertretender Fußballkreisvorsitzender und als Sportkreisvorsitzender, ein Amt, das er zwei Jahrzehnte inne hatte. Der Sportkreis machte ihn zum zum Ehrenkreismitarbeiter.
Die Gemeinde Rosenberg ernannte Arno Hagenbuch, den Bürgermeister und den Menschen Hagenbuch zum Ehrenbürger. Gleichsam als Verbeugung und als Dank für die Arbeit, die Arno Hagenbuch für Rosenberg und das „Bauland“ geleistet hatte. Und wie schon gesagt: Menschen wie Arno Hagenbuch sind heute rar geworden. Der Tod ist ein schwerer Verlust für seine Familie, für Rosenberg und die Region.
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